Ab 2017 Pflegegrade statt Pflegestufen

Nach dem neuen Pflegestärkungsgesetz wird die Pflegebedürftigkeit komplett neu definiert. Statt in drei Pflegestufen wird die Pflegebedürftigkeit ab 2017 in fünf Pflegegrade eingeteilt. Diejenigen, die schon eine Pflegestufe hatten, werden automatisch in einen Pflegegrad umgeleitet. Für Pflegebedürftige, die ausschließlich körperliche Einschränkungen hatten, gilt die Regel für den Pflegegrad: Pflegestufe + 1. Zum Bsp.: bei Pflegestufe I wird der Pflegebedürftige in den Pflegegrad 2 umgeleitet, bei Pflegestufe II - Pflegegrad 3, usw. Bei Pflegebedürftigen mit eingeschränkter Alltagskompetenz gilt die Regel: Pflegestufe + 2. Bei vorliegender Pflegestufe 0 erhält die Person den Pflegegrad 2, bei Pflegestufe I - Pflegegrad 3, usw.

Während die Pflegestufen früher hauptsächlich aufgrund körperlicher Einschränkungen zuerkannt wurden, erfassen die Pflegegrade auch mentale und psychische Krankheiten. Somit haben Pflegebedürftige mit mentalen und psychischen Beeinträchtigungen ebenfalls Anspruch auf Versicherungsleistungen.

Das neue System hat eine ganzheitliche und gerechtere Erfassung der Gesamtsituation ermöglicht.

Der Pflegebedarf in 6 verschiedenen Bereichen wird ermittelt, dabei wird ein Punktewert vergeben. Anhand von diesen 6 Modulen, die alle wichtigen Lebensbereiche abbilden, werden die Pflegegrade ermittelt. Die Module (nachfolgend aufgelistet) werden dabei unterschiedlich gewichtet. Die Summe der nach Gewichtung umgerechneten Punkte entscheidet über den Pflegegrad.

Modul 1 – Mobilität (Gewichtung 10 %)

Modul 2 – Kognitive und kommunikative Fähigkeiten

Modul 3 – Verhaltensweisen und psychische Problemlagen (2 und 3 zusammen mit 15 %).

Modul 4 – Selbstversorgung (40%)

Modul 5 – Belastung durch Krankheit und Therapie (20 %)

Modul 6 – Alltagsgestaltung (15 %)

 

Pflegestufen sind bis Ende 2016 gültig. Ab Januar 2017 ist die nachfolgende Information nicht mehr aktuell.

Die jeweilige Pflegestufe wird in Abhängigkeit von dem tatsächlichen Pflegebedarf zuerkannt. Dabei wird zwischen der Grundpflege, dazu zählen Körperpflege, Ernährung und Mobilität, und der hauswirtschaftlichen Versorgung durch eine nicht als Pflegekraft ausgebildete Pflegeperson unterschieden.

Die Leistung der Pflegekasse hängt später von der festgestellten Pflegestufe ab.

Pflegestufen der Pflegekasse

 

Pflegestufe I

Zur Pflegestufe I zählen erheblich Pflegebedürftige. Das sind Personen, die mindestens zweimal am Tag bei der Körperpflege, Ernährung und/oder Mobilität Unterstützung brauchen und deren täglicher Hilfebedarf mindestens 90 Minuten beträgt. Davon mindestens 45 Minuten in der Grundpflege und mehrfach in der Woche in der hauswirtschaftlichen Versorgung.

Pflegestufe II

Zur Pflegestufe II zählen Schwer-pflegebedürftige, die mindestens dreimal täglich bei Verrichtungen des Grundbedarfs Hilfe benötigen. Täglicher Hilfebedarf liegt hier bei 3 Stunden täglich, davon 2 Stunden in der Grundpflege und mehrmals in der Woche im Haushalt.

Pflegestufe III

Pflegestufe III bekommen Schwerstpflegebedürftige, die rund um die Uhr Hilfe benötigen. Es muss auch nächtlicher Hilfebedarf vorliegen. Der Zeitbedarf ist mindestens 5 Stunden, wovon 4 auf die Grundpflege entfallen.

Bei der Pflegestufe III, wenn ein außergewöhnlich hoher Pflegeaufwand vorliegt, kann der Härtefall anerkannt werden. Dies sind aber die Ausnahmefälle. Der Zeitaufwand in der Grundpflege liegt bei mindestens 7 Stunden täglich, 2 Stunden in der Nacht und durchgehend im Haushalt.

Je nach Pflegebedarf gewährt die Pflegekasse den Bedürftigen finanzielle Leistungen - das Pflegegeld. Das Pflegegeld kann der Pflegebedürftige für die Finanzierung  einer selbstbeschafften Pflegeperson, z. B. einer 24 Std Pflegekraft verwenden.

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